VATICAN-magazin

Disputa

Ein neues Schisma

Ist 2018 für die östliche Christenheit, was 1517 für die westliche war? Fest steht: Moskau hat mit Konstantinopel gebrochen – und dieser Bruch ist kaum zu kitten. Es geht um viel: um Macht und Einfluss, um Ekklesiologie und Tradition, um die Einheit unter Christen und die Loyalität zum jeweiligen Staat.

Mit der Taufe des slawische Großfürst Wladimir vor tausend Jahren begann die Christianisierung der Russen. Gemälde von Wiktor Wasnezow, 1890.

Alle Sicherungen sind durchgebrannt

Die Kirchenspaltung in der Orthodoxie: Die Ansprüche der Konflikt-Parteien, die Hintergründe und die langen Finger der internationalen Politik

von Stephan Baier

In der weltweiten Orthodoxie hängt der Haussegen schon länger schief. Als sich jedoch der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios, anschickte, den Glaubensbrüdern in der Ukraine die Autokephalie – die volle kirchliche Unabhängigkeit von der russischen Orthodoxie – zu gewähren, da brannten in Moskau alle Sicherungen durch. Begleitet von wüsten Schimpftiraden und Drohungen seitens russischer Theologen und Bischöfe beschloss der Heilige Synod der Russisch-Orthodoxen Kirche erste Sanktionen: Russischen Bischöfen sei es fortan verboten, mit Bischöfen des Ökumenischen Patriarchats zu konzelebrieren, und der Name des Ökumenischen Patriarchen werde aus dem Hochgebet gestrichen. Zudem boykottiert Russlands Orthodoxie fortan alle Treffen, bei denen Vertreter des Ökumenischen Patriarchats präsidieren oder kopräsidieren – also auch die orthodoxen Bischofskonferenzen in Europa und Amerika sowie den katholisch-orthodoxen Dialog.


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