VATICAN-magazin
Foto: Xpress

Die Schriftstellerin Sigrid Grabner begab sich im Sommer 2018 auf eine Reise nach Böhmen, wo sie den Spuren ihrer Vorfahren und ihrer Kindheit folgte. Dabei besuchte sie auch Stätten, die einst Zentren deutscher Kultur und katholischer Frömmigkeit waren, nun aber Niedergang und Verfall preisgegeben sind. Was Sigrid Grabner im heutigen Tschechien vorfand, erscheint fast wie ein Sinnbild für die Situation des ehemals christlichen Europas, das nunmehr dem Ansturm von Ideologien und Menschenmassen zu erliegen droht. Wir veröffentlichen im Folgenden einen Auszug des noch unveröffentlichten und wesentlich umfangreicheren Reiseberichtes der renommierten Autorin.

Genau 73 Jahre nach dem Verlust dessen, was man Heimat nennt, wagte ich im Juni 2018 doch noch einmal den Versuch, mich dem Land meiner Vorfahren anzunähern. Ich schloss mich einer Marianischen Wallfahrt nach Nordböhmen an, organisiert von Kirche in Not und dem Institut für Kirchengeschichte in Nidda.

Die Namen der Ortschaften, durch die wir fuhren und die wir besuchten, klangen mir vertraut: Eger, Maria Kulm, Raudnitz, Komotau, Leitmeritz, Aussig, Dux, Teplitz-Schönau, Tetschen... Mir nicht einmal dem Namen nach bekannt war das 1144 gegründete Prämonstratenserinnen-Kloster Doxan an der Eger, ebenso wie das Ende des zwölften Jahrhundert gegründete Zisterzienserkloster Osek im Bistum Leitmeritz. Lange Fahrten durch das Elbtal und das böhmische Mittelgebirge mit seinen weit ausschwingenden Landschaften, begrenzt von spitzen Basaltkegeln und sanft abgerundeten Kuppen, gekrönt von Burgen und dem beherrschenden Milleschauer. Blicke hinüber zum Schreckenstein, der Schäferwand, nach Tschernosek, von dessen Weinfesten meine Mutter immer mit verklärtem Gesicht erzählte.


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