VATICAN-magazin
Foto: Paul Badde

Robert Spaemann und ich kamen von anderen Sternen und mehr noch, wir kamen aus verschiedenen Universen. Der geborene Berliner kam aus bestem Haus, von höchstem Geistesadel und war im alten Athen ebenso zuhause wie in Rom und umfassend gebildet. Gut eine Generation nach ihm war ich in kleinbürgerlichsten Verhältnissen in einem Dorf an der holländischen Grenze geboren und groß geworden und habe leider nie so viel gelernt und studiert, wie ich es besser hätte tun sollen. Daher war mir seine unangestrengte Zuneigung immer ein Rätsel. Doch nun habe ich vor wenigen Tagen erfahren, Robert Spaemann habe Martin Mosebach gestanden, seine wichtigste philosophische Erkenntnis als Kind beim Indianerspielen empfangen zu haben. Da wurde mir sogleich klar, dass er in mir einen Blutsbruder entdeckt haben muss. Denn auch ich bin seit Kindsbeinen ein Indianer. Das sieht mir heute keiner mehr an. Dennoch gibt es in meiner Heimat noch zahlreiche Zeugen, die wissen, dass ich im Dickicht des Unterholzes zuhause bin und mir kein Baumwipfel zu hoch war. Es war der Himmel auf Erden. Seitdem muss ich bekennen: Ich bin Winnetou. Robert Spaemann aber war Intschu Tschuna (gute Sonne), Chef des Meskalero-Stammes und Oberhäuptling aller Apatschen.


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